Richtlinien

Richtlinien fĂŒr die PrĂŒfung von FlĂŒssiggasanlage!

Die aktuellen Richtlinien fĂŒr die Erstellung, Äanderung und PrĂŒfung von FlĂŒssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen können Sie aus der RĂŒckseite Ihrer gelben PrĂŒfbescheinigung nach- lesen.Weitere Informationen erhalten Sie beim Dachverband FlĂŒssiggas DVGW. Das original Arbeitsblatt G 607 kann beim Beuht-Verlag fĂŒr 36,00 Euro bezogen werden.

           Wissenswertes ĂŒber FlĂŒssiggasanlage.

 Wissenswertes ĂŒber FlĂŒssiggasanlagen in Wohnmobilen

Rainer Klasani Uhlandstraße 28 59609 Anröchte Tel. 02947 – 1754 E-Mail: rainer.klasani@onlinehome.de

 

Inhalt.............................................................................................................................................................................. 2

Vorwort ......................................................................................................................................................................... 4

Grundlagen .................................................................................................................................................................. 4

Regeln zum Aufbau der Gasanlage ......................................................................................................................... 5

Flaschenaufstellraum („Gaskasten“) und Gasflaschenanschluss .............................................................. 5

Alternativen zum Flaschenaufstellraum ................................................................................................................... 7

Gastanks: ..................................................................................................................................................................... 7

Aufstellung der Gasflasche außerhalb des Fahrzeugs:......................................................................................... 7

Gasflaschen ................................................................................................................................................................ 8

Gasinstallation ............................................................................................................................................................. 8

Gasrohr: ....................................................................................................................................................................... 9

GasschlÀuche: ...........................................................................................................................................................10

Absperreinrichtungen: ...............................................................................................................................................10

GasgerÀte ...................................................................................................................................................................10

Allgemeines zu den GasgerÀten: ............................................................................................................................10

Spezielles zu einzelnen GerÀten: ............................................................................................................................11

AbgasfĂŒhrung ............................................................................................................................................................13

Heizungsnutzung wÀhrend der Fahrt .....................................................................................................................13

Tipps zum praktischen Aufbau der Gasanlage: ....................................................................................................14

Wissenswertes zu Gasflaschen ..............................................................................................................................15

Gasflaschenarten: .....................................................................................................................................................16

Blaue Butangasflaschen ..........................................................................................................................................16

Stahlflaschen .............................................................................................................................................................17

Kunststoffgasflaschen ..............................................................................................................................................18

Alugasflaschen .........................................................................................................................................................18

Die Gastankflasche ...................................................................................................................................................19

Gassorten ...................................................................................................................................................................21

Was ist AUTOGAS (LPG)? .................................................................................................................................21

Warum 80 % FĂŒllung? ..............................................................................................................................................22

Was ist der Unterschied zu Erdgas?.......................................................................................................................23

Gefahren von FlĂŒssiggas: ........................................................................................................................................24

GasprĂŒfung beim Wohnmobil / Wohnwagen ........................................................................................................25

"Gaskasten" ...............................................................................................................................................................26

Druckregler und GasschlĂ€uche im Gaskasten mĂŒssen auf folgende Punkte untersucht werden:.................... .....................................................................................................................................................................................26

Bei einem ggf. vorhandenen Gastank sind folgende Punkte zu prĂŒfen: ..........................................................26

Sichtkontrolle der gesamten Gasanlage: ..............................................................................................................27

Kontrolle der GasgerĂ€te und der AbgasfĂŒhrungen (soweit vorhanden und zugĂ€nglich): .........................27

Herd: ...........................................................................................................................................................................27

Heizung: .....................................................................................................................................................................27

KĂŒhlschrank: ..............................................................................................................................................................28

Backofen: ...................................................................................................................................................................28

Gaslampe: .................................................................................................................................................................28

DruckprĂŒfung der Anlage: .......................................................................................................................................28

Brennprobe und Kontrolle der ZĂŒndsicherungen: ...............................................................................................29

PrĂŒfbescheinigung und PrĂŒfplakette ......................................................................................................................29

 

Vorwort

In diesem Beitrag geht es um die „Campinggasanlage“, also um die Gasanlage zum Betrieb der „Wohneinrichtung“ und nicht um die FlĂŒssiggasanlage zum Antrieb von Fahrzeugen.

Einige Inhalte stammen von Herrn Dipl. Wirt. -Ing. Rolf Jungebloed (Sachkundiger fĂŒr "Campinggasanlagen") und unterliegen seinen Urheberrechten. Sie sind hier mit seiner Genehmigung veröffentlicht und sollen als Gesamtinformation fĂŒr den interessierten Wohnmobilfahrer dienen. Jegliche weitere Nutzung ist nur mit Genehmigung des Rechteinhabers möglich.

Ich weise daraufhin, dass aufgrund von Änderungen von Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien dieser Beitrag nicht immer den aktuellen Stand wiedergeben kann. Bei der Erstellung, VerĂ€nderung und bei Arbeiten an FlĂŒssiggasanlagen hat sich jeder ĂŒber die zurzeit gĂŒltigen Gesetze, Vorschriften und Richtlinien zu informieren und diese auch zu beachten.

Grundlagen

Verbindlich sind die Regeln der DIN EN 1949 und des DVGW-Arbeitsblattes G607 in der Fassung vom 1.5.2005. Achtung, in vielen BĂŒchern und auf vielen Homepages findet sich noch der alte Stand. Leider sind auch noch lĂ€ngst nicht alle CampinghĂ€ndler und GasprĂŒfer auf die neuen Vorschriften geschult. Es haben sich jedoch ein paar Dinge geĂ€ndert, die bei neu errichteten Anlagen einzuhalten sind. Altanlagen haben weitestgehend Bestandschutz, wenn sie den Vorschriften entsprechen, die zum Tag ihrer Errichtung / Erstabnahme galten.

Diese Regeln gelten fĂŒr die Installation, den Betrieb und die PrĂŒfung von FlĂŒssiggasanlagen in bewohnbaren Freizeitfahrzeugen und zu Wohnzwecken in anderen Fahrzeugen. Sie gelten nicht fĂŒr gewerblich genutzte Fahrzeuge, diese mĂŒssen der BGV D34 entsprechen. (Die jedoch weitgehend gleiche oder Ă€hnliche Vorschriften hat. Teilweise werden aber höhere Anforderungen gestellt (z. B. bei den Druckminderern)

Die Gasanlagen mĂŒssen nach der Errichtung (vor der ersten Inbetriebnahme) und dann alle zwei Jahre sowie nach jeder VerĂ€nderung der von einem DVFG-anerkannten Sachkundigen geprĂŒft werden. Die PrĂŒfung ist gemĂ€ĂŸ VdTÜV (AK-BF), auf Grundlage des §30 StVZO, Voraussetzung fĂŒr das Bestehen der HU bei Wohnmobilen. Auch kann der Transport der Gasflaschen im Wohnmobil ein Verstoß gegen die Bestimmungen der Gefahrgutverordnung bzw. des ADR sein, wenn die Gasanlage nicht geprĂŒft ist.

Des weiteren kann bei einer ungeprĂŒften Gasanlage der Versicherungsschutz gefĂ€hrdet sein. Bei einem Brandschaden die verlangen die Versicherungen als Erstes die GasprĂŒfbescheinigung zur Einsicht.

Die Anlage wird in einer gelben PrĂŒfbescheinigung dokumentiert. Hier werden auch die Erst- und WiederholungsprĂŒfungen bescheinigt. ZusĂ€tzlich gibt es noch eine PrĂŒfplakette mit der Jahreszahl der nĂ€chsten PrĂŒfung. Diese Plakette allein hat keine Aussagekraft. Notwendig ist immer die PrĂŒfbescheinigung mit dem genauen Datum, zumal die GĂŒltigkeit der PrĂŒfung bzw. der Zweijahreszeitraum tagesgenau zu sehen ist. Bei Neufahrzeugen gibt es teilweise nur noch eine ÜbereinstimmungserklĂ€rung der Anlage mit der DIN EN 1949 vom HĂ€ndler / Hersteller. FĂŒr diese Anlagen muss dann bei der ersten WiederholungsprĂŒfung die gelbe PrĂŒfbescheinigung erstellt werden.

Regeln zum Aufbau der Gasanlage

Eine der wichtigsten Neuerungen seit 1.5.05 ist die, dass nur noch Anlagen mit 30 mBar Gasdruck aufgebaut werden dĂŒrfen.. FrĂŒher waren in Deutschland 50 mBar zugelassen. Daher sollte man beim Kauf gebrauchter GerĂ€te darauf achten, dass diese fĂŒr 30 mBar ausgelegt sind.

Flaschenaufstellraum („Gaskasten“) und Gasflaschenanschluss

Die FlĂŒssiggasanlage wird meist aus Gasflaschen gespeist, welche in der Regel in einem speziellen Schrank oder Kasten stehen, dem Flaschenaufstellraum, fĂŒr den bestimmte Vorschriften gelten. Alternativ dazu kann eine Gasanlage auch von außen gespeist werden, oder ĂŒber einen FlĂŒssiggastank.

Die Gasflaschen mĂŒssen in einem Flaschenaufstellraum untergebracht werden. Dieser muss folgenden Regeln entsprechen:

Der Flaschenaufstellraum muss „gasdicht“ zum Innenraum sein. (Bei Eigenbau z. B. alle Ecken und Stoßkanten mit Dichtmasse abdichten).

Wenn der Flaschenaufstellraum eine TĂŒr zum Innenraum hat, dann muss der untere „TĂŒrsockel“ min. 50 mm hoch sein und die TĂŒr muss „gasdicht“ schließen. In diesem Fall dĂŒrfen dann auch Zweiflaschenanlagen verbaut werden (Duomatic, Triomatic, etc.). Damit die Bedingung der „gasdichten“ TĂŒr erfĂŒllt wird, reicht i. A. eine umlaufende Dichtung aus Moosgummi oder Schaumstoff, wie sie fĂŒr Fensterabdichtungen verwendet wird.

Im Flaschenaufstellraum dĂŒrfen max. 2 Flaschen mit max. je 16 kg aufgestellt werden (können). De facto in D somit max. 2 x 11 kg. Es gibt zwar inzwischen auch 15 kg Flaschen, diese sind aber nicht marktĂŒblich und kaum zu bekommen. Üblich sind 11 kg Flaschen.

Jede Flasche muss mit zwei Halterungen (im oberen und unteren Teil der Flasche) verdrehsicher befestigt sein, die Flaschen mĂŒssen aufrecht stehen.

Mindestens eine EntlĂŒftungsöffnung muss vorhanden sein. Der freie LĂŒftungsquerschnitt muss 2 % der GrundflĂ€che des Gaskastens entsprechen, jedoch min. 100 cmÂČ groß sein. Diese Öffnung kann entweder im Boden oder unmittelbar ĂŒber dem Boden in der Seitenwand sein, oder alternativ aufgeteilt werden in zwei EntlĂŒftungsöffnungen mit je 1% der GrundflĂ€che, aber min 50 cmÂČ groß unten und oben im Gaskasten. Die LĂŒftungen dĂŒrfen nicht durch die Gasflasche zugestellt werden (Gasflaschen von ALUGAS haben z. B. keine Löcher im „Aufstellring“. Ggf. sind die Gasflaschen auf Distanzhölzer zu setzen, zwischen denen austretendes Gas hindurch zur EntlĂŒftungsöffnung fließen kann). Auf Wechselwirkungen z. B. mit der Heizung achten (Bei S- und E-Heizung mit Frischluftzufuhr von unten darf keine EntlĂŒftungsöffnung nach unten vorhanden sein).

Ein Sonderfall stellt der sogenannte Flaschenschacht dar. Dieser ist nur von oben zugĂ€nglich und darf nur eine Flasche bis 5 kg aufnehmen. Hier reicht ein fallend verlegter EntlĂŒftungsschlauch mit 20 mm freiem Durchmesser.

Keine ZĂŒndquellen im Gaskasten. D. h. keine Elektroinstallation im Gaskasten. Ausnahmen sind Dinge wie Gasfernschalter oder FĂŒllstandsanzeigen, die zum Betreiben der Gasanlage benötigt werden und die dazu entsprechend zugelassen werden. Auch gemeinsame Nutzung des Gaskastens mit Wasserkanistern mit Tauchpumpe o. Ă€. ist nicht mehr zulĂ€ssig.

Wenn sich direkt ĂŒber dem „Gaskasten“ der Kocher befindet, dann muss ein Hitzeschild verbaut werden.

Der Gaskasten muss Abstand von sĂ€mtlichen WĂ€rmequellen haben. (Auch von Auspuffanlagen unter dem Fahrzeug). Mindestmaße: Seitlicher Abstand 250 mm, unter dem Gaskasten 300 mm. Wenn dieser nicht eingehalten werden kann, mĂŒssen Hitzeschilde montiert werden.

Die Gasflaschen bzw. die Druckminderer werden mit GasschlĂ€uchen an die weitere Installation angeschlossen. Bei einfachen Anlagen darf nur eine Flasche angeschlossen sein, bei entsprechenden „Doppelanlagen“ wie Duomatic, Triomatic usw. dĂŒrfen auch beide angeschlossen sein. Der oder die GasanschlussschlĂ€uche mĂŒssen zugelassen sein und dĂŒrfen maximal 450 mm lang sein. Bei FlaschenauszĂŒgen auch 750 mm. Sie dĂŒrfen nicht durch WĂ€nde gefĂŒhrt werden. D. h., sie mĂŒssen im Gaskasten an die Gasrohrleitung angeschlossen werden.

Die Druckregler mĂŒssen fĂŒr den Einsatz in Campingfahrzeugen zugelassen sein und eine Sicherheitseinrichtung haben. Es sind sowohl einzelne Regler, die direkt an der Flasche verschraubt werden, als auch Regler, die an der Wand festgeschraubt werden, zulĂ€ssig. Dabei dann unbedingt auf die richtigen GasschlĂ€uche achten. Bei den neueren wandmontierten Reglern mĂŒssen spezielle HochdruckschlĂ€uche verwendet werden. – Bei fest installierten Reglern wie z. B. der Triomatic ist ein extra PrĂŒfanschluss sinnvoll.

Druckregler und GasschlĂ€uche mĂŒssen spĂ€testens nach 10 Jahren ersetzt werden (gilt auch fĂŒr Altanlagen. Kein Bestandschutz!).

Alternativen zum Flaschenaufstellraum

Gastanks:

Bei Gastanks muss die BefĂŒlleinrichtung außerhalb des Fahrzeugs sein.

Ein PrĂŒfstutzen ist Vorschrift, der Tank muss direkt an das Gasrohr angeschlossen werden (kein Schlauch).

Die Tanks mĂŒssen so eingebaut sein, dass das Gas ausschließlich in der Gasphase entnommen werden kann.

Alte Tanks mit einer Zulassung nach DruckbehĂ€lterverordnung haben eine PrĂŒfpflicht alle 10 Jahre. Bei neuen Tanks nach UN/ECE Regelung 67 Anhang 10 (PrĂŒfzeichen: E 67R-01.... ) entfĂ€llt wahrscheinlich die PrĂŒfpflicht alle 10 Jahre. Zurzeit gibt es noch keine Regelung, die Gremien beraten noch darĂŒber.

Alte auslĂ€ndische Tanks mit PrĂŒfzeichen 67R-00... sind nicht zulĂ€ssig.

Aufstellung der Gasflasche außerhalb des Fahrzeugs:

Alternativ zur Aufstellung im „Gaskasten“ dĂŒrfen Gasflaschen unter bestimmten Bedingungen auch außerhalb des Fahrzeugs aufgestellt werden. GrĂŒnde dafĂŒr können z. B. die gewĂŒnschte Verwendung einer 33 kg Gasflasche beim Winter- oder Dauercamping sein, oder dass ganz auf einen Gaskasten verzichtet werden soll. Auch ist es eine Möglichkeit Anlagen mit alten, abgelaufenen Gastanks ohne große Umbauten weiter zu betreiben, nachdem der Gastank ausgebaut wurde. DafĂŒr muss die Einspeisung entweder ĂŒber eine außen am Fahrzeug angebrachte Sicherheits-Schnellschlusskupplung („Gassteckdose“) erfolgen, oder es muss eine geeignete SchlauchdurchfĂŒhrung in den Gaskasten vorhanden sein. Der Anschlussschlauch darf max. 150 cm lang sein (bei Altanlagen sind 100 cm erlaubt) und an der Gasflasche muss eine Schlauchbruchsicherung vorhanden sein.

Die Flasche muss dann so aufgestellt werden, dass:

sie fest steht und gegen Umfallen gesichert ist,

sich innerhalb von 50 cm um das Flaschenventil keine Öffnungen zum Fahrzeug befindet,

sich innerhalb von 50 cm um das Flaschenventil keine ZĂŒndquellen befindet,

sich im Bodenbereich im Abstand von 50 cm um die Flasche keine Bodenöffnungen, Vertiefungen, Kellerfenster, KanÀle o. À. befindet.

Anm.: Das Wechseln des Gasschlauches vom kurzen Schlauch zum Anschluss der Flaschen im Kasten zum langen Schlauch zum Anschluss einer außen stehenden Flasche gilt als VerĂ€nderung der Gasanlage, die eine neue „GasprĂŒfung“ notwendig macht. Um dies zu umgehen, sollte eine zugelassene „Gassteckdose“ angebracht werden.

Gasflaschen

Die verwendeten Gasflaschen mĂŒssen zugelassen und entsprechend gekennzeichnet sein. Die blauen Camping-Gasflaschen haben kein eingebautes Sicherheitsventil. Sie mĂŒssen daher im Wohnmobil immer mit einem zusĂ€tzlichen Sicherheitsentnahmeventil betrieben werden, dies muss immer aufgeschraubt sein, wenn sich die Gasflasche im Flaschenkasten befindet. Das PrĂŒfdatum der Flasche ist nur relevant fĂŒr das AuffĂŒllen. D. h., eine Gasflasche darf auch nach dem Ablauf der PrĂŒffrist noch betrieben werden, jedoch nicht mehr neu aufgefĂŒllt werden. Anm.: Ich wĂŒrde aber bei der 40 Jahre alten Flasche, die ich in Opas Keller gefunden habe, und die rostig und gammlig ist trotzdem Abstand davon nehmen.

Gasinstallation

Die gesamte Gasinstallation muss, bis auf den Anschlussschlauch der Flasche und ggf. einer Ausnahme beim Kocher, fest mit Rohren erfolgen. FĂŒr jede Verbrauchseinrichtung ist ein eigenes Absperrventil im Innenraum vorzusehen. Die gesamte Anlage muss einen Hauptabsperrhahn haben, der im Allgemeinen das Flaschenventil sein kann. Seite 9 von 29

Gasrohr:

Üblich und gebrĂ€uchlich ist verzinktes, nahtloses Stahlrohr in 8 oder 10 mm Außendurchmesser mit Schneidringverschraubungen. Dies ist auch im Campingzubehör gĂ€ngig. Alternativ zulĂ€ssig sind Edelstahlrohr, Kupferrohr (bei Schneidringverschraubungen mit StĂŒtzhĂŒlsen) und hartes Kupferrohr. Bei Cu-Rohr mĂŒssen Schneidringe und Muttern aus Messing verwendet werden. Als Verbindungsarten zulĂ€ssig sind neben den Schneidringverschraubungen noch Hartlöten (Cu-Rohr), Klemmringverschraubungen, Bördelverschraubungen und Gewindeverbindungen. Quetschverbindungen sind nicht zulĂ€ssig.

Gasrohre mĂŒssen spannungsfrei verlegt und min. alle 100 cm befestigt werden. (Cu-Rohr alle 50 cm). Befestigungen aus Metall mĂŒssen Schutzeinlage aus Kunststoff haben.

Der Rohrdurchmesser ist so zu wĂ€hlen, dass die Versorgung aller GasgerĂ€te gewĂ€hrleistet ist. (Alle GerĂ€te gleichzeitig Volllast). !Achtung bei Querschnittsverengungen durch Biegen! Bei großen Verbrauchern und/oder lĂ€ngeren Leitungswegen ist es sinnvoll, von der Gasflasche bis zum Verteilerblock Rohr in 10 mm Durchmesser zu verlegen.

Rohrleitungen sind ggf. vor Korrosion zu schĂŒtzen, insbesondere bei Verlegung unter dem Fahrzeugboden. Die Verzinkung der im Campinghandel ĂŒblicherweise erhĂ€ltlichen Stahlrohre ist fĂŒr den Außenbereich nicht ausreichend. ZusĂ€tzlicher Rostschutz (z. B. lackieren) ist notwendig. Das Verwenden von Unterbodenschutz hat den Nachteil, dass man ein ggf. darunter stattfindendes Rosten bei beschĂ€digtem U-Schutz nicht feststellen kann, und sollte daher nicht gemacht werden. Im Campinghandel gibt es auch noch kunststoffummanteltes Stahlrohr (grĂŒnlich). Dies sollte im Außenbereich bevorzugt verwendet werden.

Offene (ungenutzte) Leitungsöffnungen bzw. freie AbgĂ€nge am Verteilerblock mĂŒssen mit Blindstopfen und Überwurfmuttern verschlossen werden.

Gasleitungen dĂŒrfen nicht mit Elektroleitungen in Kontakt kommen. Der Abstand bei parallelem Verlegen muss min. 30 mm, bei Kreuzungen 10 mm betragen.

Trennstellen (Verschraubungen) im Gasrohr mĂŒssen zugĂ€nglich sein. Es sollten möglichst wenige Trennstellen eingebaut werden.

Beim Verlegen der Rohre durch WĂ€nde mĂŒssen diese so verlegt werden, dass sie nicht scheuern. (Ausreichend Abstand oder GummitĂŒllen o. Ă€.)

GasschlÀuche:

MĂŒssen alle 10 Jahre getauscht werden.

MĂŒssen fĂŒr das jeweilige Land bestimmt / zugelassen sein. (z. B. NiederdruckschlĂ€uche f. D sind orange).

Die AnschlĂŒsse mĂŒssen fest verpresst sein. Selbstbauten mit Schlauchschellen o. Ă€. sind verboten.

SchlĂ€uche dĂŒrfen nicht durch WĂ€nde verlegt werden.

Normalerweise dĂŒrfen GasschlĂ€uche nur im Gaskasten verwendet werden. Bei schwenkbarem oder herausnehmbarem Kocher ist noch ein Gasschlauch im Innenraum zulĂ€ssig. Dieser muss dann so kurz wie möglich sein (max. 750 mm) und muss vor BeschĂ€digung geschĂŒtzt sein.

Absperreinrichtungen:

Eine Hauptabsperreinrichtung muss vorhanden sein. Meist genĂŒgt das Flaschenventil, sofern dies gut zugĂ€nglich ist. (ZugĂ€nglichkeit von außen ist ausreichend.)

FĂŒr jeden Verbraucher / jedes GasgerĂ€t muss ein eigener weiterer Absperrhahn vorhanden sein. Sind die AbsperrhĂ€hne, z. B. bei Verwendung eines Absperrhahnblocks, nicht eindeutig den Verbrauchern zuzuordnen, dann mĂŒssen diese gekennzeichnet sein. Die Offen- und Geschlossen-Stellung des Hahns muss sofort erkennbar sein. [D. h. Ventile mit Drehrad, wie z. B. bei einem Wasserhahn sind nicht zulĂ€ssig.) Ist nur ein GasgerĂ€t verbaut, so genĂŒgt meist die Hauptabsperreinrichtung bzw. das Flaschenventil.

GasgerÀte

Allgemeines zu den GasgerÀten:

Alle GerĂ€te mĂŒssen fĂŒr 30 mBar Gasdruck vorgesehen sein.

Alle GasgerĂ€te mĂŒssen fĂŒr den Betrieb in Straßenfahrzeugen geeignet und zugelassen sein. D. h., das GerĂ€t muss CE oder DVGW-Zertifiziert sein, oder 90/396/EWG entsprechen. Ab 1.10.02 muss es ggf. 72/245/EWG entsprechen (EMVU).

Alle GasgerĂ€te mĂŒssen fĂŒr Deutschland und fĂŒr den Betrieb mit Propan und Butan zugelassen sein. Die Typenschilder mĂŒssen vorhanden und lesbar sein. Auch bei gebrauchten GerĂ€ten.

Alle GerĂ€te mĂŒssen ĂŒber eine FlammĂŒberwachung (ZĂŒndsicherung) verfĂŒgen.

Alle GerĂ€te mĂŒssen entsprechend den Herstellerangaben eingebaut und betrieben werden. Dies Betrifft insbesondere:

Den vorgesehenen Verwendungszweck (z. B. fĂŒr Fahrzeuge oder nicht fĂŒr Fahrzeuge).

Die Vorgaben zum Einbau.

Die Vorgaben zur AbgasfĂŒhrung.

Weitere Betriebshinweise etc.

Alle GasgerĂ€te mĂŒssen fest an die Gasrohrleitung angeschlossen werden. Das heißt auch, dass HaushaltsgerĂ€te oder einfache CampinggerĂ€te i. d. R. nicht verbaut werden dĂŒrfen, auch wenn sie eine DVGW-Nr. tragen, da diese keine Zulassung / PrĂŒfung fĂŒr den Betrieb in Fahrzeugen haben, sondern nur fĂŒr den Betrieb im Haushalt oder Zelt bzw. im Freien zugelassen sind.

Spezielles zu einzelnen GerÀten:

Heizung: Heizungen mĂŒssen fĂŒr den Einbau in Kraftfahrzeugen zugelassen sein. Es gibt auch Heizungen nur fĂŒr Wohnwagen oder nur fĂŒr Wasserfahrzeuge. Seit dem 1.1.07 muss die neu in Serienfahrzeuge eingebaute Heizung eine e-Typgenehmigung nach 2001/56/EG und 2004/78/EG haben. Heizungen mĂŒssen zusĂ€tzlich vom TÜV gesondert in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Es sind die neuen Vorschriften zur Heizungsnutzung wĂ€hrend der Fahrt zu beachten.

Backofen / Grill: Bei zugelassenen GerĂ€ten ohne geschlossenen Verbrennungskreislauf (ohne AbgasfĂŒhrung nach außen) muss zwingend eine ausreichende BelĂŒftung nach DIN EN 721 vorhanden sein und nachgewiesen werden. Dies ist fĂŒr Selbstausbauer m. E. nicht durchfĂŒhrbar. Daher sollte auf Backöfen mit geschlossenem Verbrennungskreislauf zurĂŒckgegriffen werden. Bei bereits ab Werk eingebauten Backöfen dĂŒrfen die ZwangsentlĂŒftungen auf keinen Fall verschlossen werden.

Herd: Einrichtung / Möbel dĂŒrfen nicht durch die WĂ€rmequelle so stark erhitzt werden können, dass Brandgefahr besteht. Bei zu geringem Abstand zu brennbaren GegenstĂ€nden mĂŒssen fest angebrachte ggf. auch klappbare Abschirmbleche vorhanden sein. Notwendige AbstĂ€nde zu festen, brennbaren GegenstĂ€nden z. B. MöbelwĂ€nden 200 mm, zu beweglichen GegenstĂ€nden VorhĂ€nge min. 300 mm).

Herde dĂŒrfen auch klapp- oder schwenkbar oder herausnehmbar gebaut werden. Dann darf der Herd mit einem Gasschlauch angeschlossen werden. Der Schlauch muss so kurz wie möglich sein und darf maximal 750 mm lang sein (bei Altanlagen max. 400 mm). Bei herausnehmbaren Kochern muss der Anschluss mittels einer Sicherheitsschnellschlusskupplung erfolgen. Beim Betrieb des Herdes muss eine BelĂŒftungsöffnung mit 150 cmÂČ geöffnet werden. Ein entsprechender Warnhinweis muss sichtbar angebracht werden. Der Text des vorgeschriebenen Warnhinweises lautet (fĂŒr Neuanlagen): „ WARNUNG : Beim Kochen ist es erforderlich, fĂŒr zusĂ€tzliche LĂŒftung zu sorgen, z. B. durch das Öffnen von Fenstern in der NĂ€he des Grill-, Koch- oder BackgerĂ€tes. Diese GerĂ€te dĂŒrfen nicht zur Raumheizung verwendet werden.“ KĂŒhlschrank: Ein KĂŒhlschrank mit Gasbetrieb darf nur noch so eingebaut werden, dass die Verbrennungsluftzufuhr und die AbgasfĂŒhrung dicht gegen den Innenraum sind. Dazu gibt es inzwischen entsprechende EinbausĂ€tze der KĂŒhlschrankhersteller. „Gassteckdose“ fĂŒr Grill o. Ă€.: Es sind nur Sicherheits-Schnellschlusskupplungen zulĂ€ssig, bei denen das Öffnen nur bei eingestecktem Gasschlauch möglich ist und der Gasschlauch nur bei geschlossenem Absperrhahn abgezogen werden kann. „Gassteckdosen“ fĂŒr GerĂ€te außerhalb des Fahrzeugs benutzt werden, mĂŒssen außen am Fahrzeug angebracht sein. An „Gassteckdosen“ innerhalb des Fahrzeugs (z. B. fĂŒr einen herausnehmbaren Kocher) dĂŒrfen keine GerĂ€te außerhalb des Fahrzeugs angeschlossen werden. Ältere Modelle oder Kupplungen ganz ohne integrierten Absperrhahn dĂŒrfen nicht verwendet werden.

Gas-Lampe: Es dĂŒrfen nur noch Gaslampen mit ZĂŒndsicherung eingebaut werden. Je Gaslampe muss eine unverschließbare LĂŒftungsöffnung mit 10 cmÂČ vorhanden sein. Seite 13 von 29

AbgasfĂŒhrung

UnvorschriftsmĂ€ĂŸige AbgasfĂŒhrungen können gefĂ€hrlicher sein, als unvorschriftsmĂ€ĂŸige Gasleitungen. Daher sollte auch bei der AbgasfĂŒhrung sehr gewissenhaft gearbeitet werden. Insbesondere ist auf folgende Punkte zu achten:

Die AbgasfĂŒhrung muss gemĂ€ĂŸ den Herstellervorschriften bzw. der Einbauanleitung ausgefĂŒhrt werden.

Abgasleitungen mĂŒssen durchgĂ€ngig sein. Es dĂŒrfen keine Trennstellen im Rohr vorhanden sein.

Sie mĂŒssen steigend verlegt sein außer, der Hersteller genehmigt etwas anderes.

Es dĂŒrfen keine Abgasrohre aus Aluminium mehr verbaut werden. Außer die sind vom Hersteller vorgesehen wie bei Abgasrohren, die innerhalb der Verbrennungszuluftrohre gefĂŒhrt werden, wie z. B. bei Truma C- und E- Heizungen.

Abgasrohre mĂŒssen auf voller LĂ€nge einsehbar sein. Abschraubbare Verkleidungen oder Schutze dĂŒrfen jedoch vorhanden sein.

Abgaskamine, die ĂŒber dem Dach mĂŒnden, mĂŒssen mindestens 250 mm hoch sein.

Abgaskamin von GerĂ€ten mit Gasverbrauch > 30 g/h dĂŒrfen nicht unter Fenstern mĂŒnden und mĂŒssen min. 300 mm Abstand zu Fahrzeugöffnungen haben. Alternative kann ein Abschaltkontakt fĂŒr das GerĂ€t am Fenster angebracht werden. (Gibt es z. B. fĂŒr die Truma C-Heizungen).

Heizungsnutzung wÀhrend der Fahrt

Bisher ist es in Deutschland so, das die Nutzung der Gasheizung und des KĂŒhlschrankes auf Gas wĂ€hrend der Fahrt nicht verboten ist. Im Ausland muss aber in aller Regel das Flaschenventil wĂ€hrend der Fahrt verschlossen sein. Entsprechend der HeizgerĂ€terichtlinien 2001/56/EG und 2004/78/EG dĂŒrfen Gasheizungen nun unter bestimmten Bedingungen europaweit wĂ€hrend der Fahrt betrieben werden. Vorschrift ist zunĂ€chst eine Gasanlage, die entsprechend DIN EN 1949 aufgebaut ist. Um die Heizung wĂ€hrend der Fahrt betreiben zu dĂŒrfen, muss nun noch ein entsprechender Druckminderer mit automatischer Absperreinrichtung eingebaut sein, der verhindert, dass bei einem Unfall LPG frei wird.

Dieser Regler muss so eingebaut werden, dass bei der Fahrt kein LPG in den Druckminderer bzw. in die Heizung gelangen kann. D. h., dass es nicht allein mit dem Einbau eines solchen Druckminderers wie z. B. der Truma Secumotion getan ist. Seine (Schutz-)Funktion muss geprĂŒft und sicher gestellt werden, da diese nur bei entsprechend aufgebautem Leitungsnetz wirksam ist. Ein NachrĂŒsten ist aber grundsĂ€tzlich möglich.

Entsprechend der EG-Richtlinie mĂŒssen bei Fahrzeugen, die nicht ĂŒber einen entsprechenden Druckmindere verfĂŒgen Warnschilder im Flaschenkasten und in der NĂ€he der Heizungsbedienung angebracht werden, dass die Gasflaschen wĂ€hrend der Fahrt zu verschließen sind.

Anm.Diese Richtlinie ist fĂŒr alle Fahrzeuge, die nach EG-Typgenehmigung zugelassen werden seit dem 1.1.06 bzw. 1.1.07 bindend. In wie weit die Heizung bei Fahrzeugen mit Selbstausbauten die durch Einzelabnahme zugelassen werden, und nicht den EG-Richtlinien entsprechen, wĂ€hrend der Fahrt in D noch genutzt werden dĂŒrfen entzieht sich meiner Kenntnis.

Tipps zum praktischen Aufbau der Gasanlage:

Wegen des geringeren Gasdruckes in einer 30 mBar Anlage ist es wichtig, dass die Leitungsquerschnitte nicht unnötig verengt werden. Deshalb rate ich dazu die Gasleitungen möglichst mit einem passenden RohrbiegegerĂ€t zu biegen (kein GerĂ€t fĂŒr 16 mm Gasrohre fĂŒr die Haushaltsinstallation, sondern nur GerĂ€te passend fĂŒr 8 mm bzw. 10 mm Rohr (gibt es auch fĂŒr ca. 10 – 15 € im Baumarkt). FĂŒr das Abschneiden der Rohre empfehle ich einen kleinen Rohrschneider aus dem Baumarkt (unter 5€). Damit sind saubere und vor allen Dingen gerade Schnitte möglich, außerdem geht das AblĂ€ngen der Rohre damit sehr schnell, z. B. auch im Wohnmobil. Beim SĂ€gen mit der MetallsĂ€ge besteht in erster Linie die Gefahr, dass SĂ€gespĂ€ne in das Gasrohr geraten. Daher dann unbedingt die Rohre vor Einbau mit (ölfreier) Druckluft ausblasen. Ich empfehle allen, die Rohrleitungen auf die in D ĂŒbliche Art mit Stahlrohr und entsprechenden Schneidringverschraubungen aufzubauen. Denn auch alle handelsĂŒblichen GasgerĂ€te und SchlĂ€uche sind dafĂŒr vorgesehen.

Die Montage von Schneidringverschraubungen ist an sich recht einfach:

1. Das Rohr rechtwinklig abschneiden und ggf. entgraten. Alle SpÀne und Staub ausblasen.

2. Die Überwurfmutter der Schneidringverschraubung auf das Rohr schieben.

3. Den Schneidring auf das Rohr schieben, dass das dickere Ende zur Mutter zeigt.

4. Das Rohrende dĂŒnn mit Truma-Paste bestreichen.

5. Das Rohrende ganz in die Verschraubung einstecken.

6. Die Überwurfmutter festziehen, dabei schneidet der Schneidring in das Metallrohr, wirft einen Grad auf und dichtet damit ab.

Wichtig ist ein sauberes Arbeiten, da SpĂ€ne oder Dreck in den Rohren die BrennerdĂŒsen zusetzen und beschĂ€digen können.

Wenn man nicht eh zu einer der komfortableren Druckminderanlagen wie Secumotion, Duomatic, Triomatic o. Ă€. greift, sollte man ĂŒberlegen zu einem Druckminderer mit Manometer zu greifen. Der ist zwar etwas teurer als ein Regler ohne, verschafft aber ein wenig mehr Sicherheit: Das Manometer zeigt den Flascheninnendruck an. (Dieser hat nichts mit dem Flascheninhalt zu tun, das Manometer hat also keine Aussage ĂŒber den FĂŒllzustand der Flasche.) Wenn man nun die Flasche zu dreht, dann muss der Flaschendruck weiterhin am Manometer angezeigt werden. FĂ€llt dieser im Laufe der Zeit (z. B. bis zum nĂ€chsten

Morgen) ab, dann liegt irgendwo eine Undichtigkeit in der Gasanlage vor und die Anlage sollte ĂŒberprĂŒft werden. Diesen Test sollte man zur eigenen Sicherheit ab und an machen, er ersetzt aber keinesfalls die vorgeschriebene Gasabnahme, da hierbei das System u. a. auch mit einem erhöhten PrĂŒfdruck getestet wird.

Wissenswertes zu Gasflaschen

Es gibt verschiedene Arten von Gasflaschen. Einige davon sind problemlos untereinander austauschbar, andere unterscheiden sich im Regleranschluss oder dem enthaltenen Gas oder anderen Dingen.

Gasflaschen mĂŒssen zugelassen sein und alle 10 Jahre geprĂŒft werden. Wobei das Datum der PrĂŒfung keine Rolle fĂŒr die Verwendung der Flasche spielt, sondern nur fĂŒr das AuffĂŒllen der Flaschen. So dĂŒrfen Flaschen mit abgelaufener PrĂŒfung nicht mehr befĂŒllt werden. Daher muss man sich als Verbraucher damit auch i. d. R. nicht weiter beschĂ€ftigen. Das PrĂŒfen ĂŒbernimmt der FlĂŒssiggasversorger. Wenn man seine Flasche leer gegen voll beim Baumarkt, CampinghĂ€ndler oder FlĂŒssiggasversorger tauscht, erhĂ€lt man immer eine Flasche mit gĂŒltiger PrĂŒfung zurĂŒck. In der Regel werden auch abgelaufene Gasflaschen problemlos zurĂŒckgenommen, sollte ein HĂ€ndler dabei einmal eine „PrĂŒfgebĂŒhr“ oder Ähnliches verlangen, dann wĂŒrde ich den HĂ€ndler wechseln. Interessant ist das ganze Thema fĂŒr den Verbraucher eigentlich nur, wenn man eine halb volle Flasche bei einer FĂŒllstation nachfĂŒllen lassen will.

Gasflaschen dĂŒrfen grundsĂ€tzlich nur zu 80% Ihres Volumens mit FlĂŒssiggas gefĂŒllt werden, damit noch ausreichend Platz zur Ausdehnung bei ErwĂ€rmung vorhanden ist. Ein ÜberfĂŒllen ist gefĂ€hrlich, da ansonsten unzulĂ€ssig hohe InnendrĂŒcke entstehen können. Sichergestellt wird die korrekte FĂŒllmenge beim BefĂŒllen durch Wiegen der Flasche. Alle Gasflaschen haben aus diesem Grund auch ihr individuelles Leergewicht (Tara) eingeschlagen.

Gasflaschenarten:

Üblicherweise werden zunĂ€chst einmal je nach dem enthaltenen Gas zwei Systeme unterschieden: Propan- und Butangasflaschen. Beide unterscheiden sich jedoch nicht nur im enthaltenen Gas. Die (in D) meist grauen oder roten Propangasflaschen sind national unterschiedlich. Sie unterscheiden sich teilweise in der Bauform und den HandelsgrĂ¶ĂŸen. Wichtigerer Unterschiede sind jedoch noch, dass sie unterschiedliche Anschlussgewinde fĂŒr die Druckminderer haben und unterschiedliche Sicherheitskonzepte. So mĂŒssen diese Flaschen in Deutschland mit einem Sicherheitsventil ausgestattet sein, welches bei Überdruck „aufmacht“ und die Flasche so vor dem bersten SchĂŒtzen soll. In anderen LĂ€ndern (z. B. in F) haben die Flaschen teilweise kein Sicherheitsventil und die Gasflaschen werden entsprechend stabiler ausgelegt, sie halten also einem höheren Berstdruck stand. Wenn dieser dann jedoch erreicht wird...!!!????

Aufgrund der Unterschiede können deutsche Gasflaschen nur in einigen LĂ€ndern getauscht werden, welche dieselben Flaschen verwenden. In einigen anderen LĂ€ndern ist dann noch teilweise das befĂŒllen der eigenen Flasche möglich und zulĂ€ssig (wenn man eine FĂŒllstation findet). Manchmal benötigt man dazu dann jedoch spezielle FĂŒlladapter, welche im Campinghandel zu erwerben sind. Wenn die Propangas-Flaschen im Ausland nicht gefĂŒllt werden können oder dĂŒrfen, dann bleibt noch die Möglichkeit sich im Urlaubsland eine dortige Flasche zu leihen und diese mittels eines Adapters (auch im Campinghandel erhĂ€ltlich) an die eigene Gasanlage anzuschließen. Listen, wo was möglich ist, gibt es z. B. beim ADAC oder den Campingclubs.

Blaue Butangasflaschen

Die blauen Butangasflaschen von der Firma Campinggas sind hingegen in sehr vielen LĂ€ndern weltweit erhĂ€ltlich und tauschbar. Die Flaschen haben auch alle dasselbe Anschlussgewinde und werden mit dem fĂŒr Deutschland notwendigen Sicherheitsentnahmeventil an die Druckminderer der Propangasflaschen adaptiert. Seite 17 von 29

Die blauen Butangasflaschen gibt es als 0,4 kg, 1,8 kg und 2,8 kg Flaschen. Sie sind in Deutschland eher bei Zelturlaubern o. Ă€. verbreitet, da die Flaschen weniger Platz benötigen und es z. B. KocheraufsĂ€tze gibt, die direkt auf die Flasche geschraubt werden können. In Wohnmobilen und Wohnwagen findet man diese Flaschen seltener, da die Kosten fĂŒr eine GasfĂŒllung um einiges ĂŒber einer PropangasfĂŒllung liegen. Dazu kommen weitere Nachteile des Gases. Der einzige Vorteil ist die fast weltweite VerfĂŒgbarkeit und Tauschbarkeit dieser Gasflaschen. Bei den Flaschen handelt es sich ebenfalls um Eigentumsflaschen.

Stahlflaschen

Üblich und am weitesten in Deutschland verbreitet sind Propangasflaschen aus Stahl mit 5 kg oder 11 kg Inhalt. Es gibt auch grĂ¶ĂŸere Flaschen mit z. B. mit 33 kg Inhalt, aber diese sind eigentlich eher fĂŒr Dauercamper interessant, die diese Flaschen neben dem Wohnwagen aufstellen oder fĂŒr andere Anwendungszwecke. Beachten muss man dann, dass die „Großflaschen“ andere Anschlussgewinde haben und daher spezielle Druckminderer benötigen. Seltener findet man diese Stahl-Propangasflaschen auch in 3 kg GrĂ¶ĂŸe. Stahlflaschen gibt es als Eigentums- oder Nutzungsflaschen in GrĂ¶ĂŸen von 3, 5 u. 11 kg oder als Pfandflaschen in 11 und 33 kg. Die Eigentumsflaschen sind grau, die Pfandflaschen ĂŒblicherweise rot und mit dem Logo des FlĂŒssiggasversorgers, dem sie gehören.

Bei den (roten) Pfandflaschen gibt es je nach FlĂŒssiggasversorger zwei Systeme: Entweder man zahlt ein Pfand fĂŒr die Flasche + den Preis fĂŒr die FĂŒllung und bekommt dieses Pfand zurĂŒck, wenn man die Flasche wieder abgibt, oder man muss kein Pfand zahlen und zahlt statt dessen einen etwas höheren Gaspreis. Die roten Gasflaschen können nur bei Vertriebspartnern des gleichen FlĂŒssiggasversorgers getauscht werden, ein AuffĂŒllen (bei anderen Versorgern oder FĂŒllstationen) ist nicht zulĂ€ssig. Bei den Eigentumsflaschen erwirbt man zunĂ€chst eine Flasche (diese ist meist schon gebraucht). Diese gehört einem nun und man könnte sie an einer der wenigen FĂŒllstationen auch auffĂŒllen lassen. Üblicherweise lĂ€sst man jedoch diese Flaschen nicht fĂŒllen, sondern tauscht leere Flaschen beim HĂ€ndler gegen volle Flaschen ein. Im Gegensatz zur Pfandflasche hat man hierbei aber den Vorteil, dass man nicht an einen Gasversorger gebunden ist, sondern die Flaschen bei jedem GashĂ€ndler tauschen kann. Eine RĂŒckgabe der Eigentumsflasche an den HĂ€ndler ist nicht möglich, jedoch ist ein „Gebrauchtverkauf“ machbar.

Kunststoffgasflaschen

Neuerdings gibt es auch verschiedene Systeme Kunststoffflaschen (meist in 6 kg und 10 kg GrĂ¶ĂŸe) als Pfand- und Eigentumsflaschen. Diese Flaschen sind in etwa gleich schwer wie die Alu-Flaschen, haben aber noch den Vorteil, dass sie teilweise durchsichtig sind und so der FĂŒllstand einfach zu erkennen sein soll. Des weiteren sollen einige der Flaschen (zumindest der Werbung nach) europaweit getauscht werden können.

Zurzeit sind Kunststoffflaschen in D noch wenig verbreitet außerdem hat BP seine BemĂŒhungen, Kunststoff-Gasflaschen in Deutschland zu etablieren, inzwischen eingestellt.

Alugasflaschen

Neben den Stahlflaschen gibt es Gasflaschen aus Aluminium von ALUGAS. In den GrĂ¶ĂŸen 6 kg und 11 kg sind diese Gasflachen ebenfalls Eigentumsflaschen.

Aluminium besitzt einige Eigenschaften, die gegenĂŒber dem gebrĂ€uchlichen Stahl einige erhebliche Vorteile bieten. Dass Aluminium mit einem spezifischen Gewicht von lediglich 2,7 kg/Liter nur etwa ein Drittel von Stahl wiegt (7,8 kg/Liter), dĂŒrfte allgemein bekannt sein. Dass es Aluminiumlegierungen gibt, die hĂ€rter sind als manche Stahlsorte, ist nicht so allgemein bekannt. Im Falle der ALUGAS Flaschen liegt die Zugfestigkeit der verwendeten Aluminiumlegierung allerdings nur bei etwa 300 MPa, wĂ€hrend die Zugfestigkeit der bei Stahlflaschen ĂŒblichen Stahlsorte bei 350 bis 390 MPa liegt. Durch die etwas höhere WandstĂ€rke, die die etwas geringere Festigkeit bedingt, kombiniert mit dem geringeren spezifischen Gewicht, ergibt sich allerdings eine geringere BeschĂ€digungsempfindlichkeit als bei Stahlflaschen.

Ein anderer Aspekt ist die hohe WĂ€rmeleitfĂ€higkeit von Aluminium. Liegt der spezifische Wert fĂŒr Aluminium bei 237 W, liegt dieser bei Stahl lediglich bei 50 W. Dieser Unterschied in der WĂ€rmeleitfĂ€higkeit macht sich bei Gasflaschen, in denen das flĂŒssige Gas erst "verdampfen muss" um gasförmiges Gas liefern zu können, schon bei Umgebungstemperaturen bemerkbar. Dieser Vorteil kommt aber bei niedrigeren Temperaturen, also bei Temperaturen unterhalb 5 bis 10° C, erst richtig zum Tragen. Auch eine Stahlflasche leitet WĂ€rme aus der Umgebung ins Innere der Gasflasche, um FlĂŒssiggas zu verdampfen. Sollte der Verbrauch an Gas allerdings höher sein, wie die Menge an Gas die verdampft, sinkt die Temperatur im Gas allmĂ€hlich ab, der Gasdruck wird niedriger. KĂŒhleres Gas strömt durch die Regler und lĂ€sst diese Vereisen. Sollte der Regler nicht vereisen, beispielsweise ein geheizter Regler, sinkt die Temperatur in der Flasche weiter, bis schließlich die Flasche selbst vereist und der Gasdruck auf null sinkt. Die Flasche ist evtl. noch halb voll, dennoch liefert sie kein Gas mehr, muss erst ins Warme gestellt werden, bevor sie wieder Leistung bringt. Aluminium hingegen transportiert verfĂŒgbare Energie wesentlich schneller und dazu von jedem Teil der Gasflasche ins Innere.

Die Verdampfungsleistung einer ALUGAS Flasche liegt daher mehr als 5 mal so hoch wie die einer Stahlgasflasche. Bei Edelstahlgasflaschen (15 W) ist der Unterschied noch grĂ¶ĂŸer, am bemerkenswertesten ist der Unterschied zu Kunststoffflaschen, die so gut wie keine

WĂ€rmeleitfĂ€higkeit und damit eine sehr eingeschrĂ€nkte Verdampfungsleistung bieten. Wintercamping? Kein Problem! Selbst wenn statt reinem Propan (Siedepunkt -43° C) ein Gemisch verwendet wird (AUTOGAS), gibt es mit ALUGAS Tankflaschen keine gravierenden Probleme – selbst bei sehr niedrigen Temperaturen. Bei Temperaturen unterhalb von -20° C sollte auch eine ALUGAS Tankflasche etwas wĂ€rmer gestellt werden, damit sie ihre volle Leistung entfalten kann, denn Aluminium ist zwar ein hervorragender WĂ€rmeleiter, erzeugt selbst aber keine Energie.

Die Gastankflasche

Eine weitere Art der Propangasflaschen sind die Gastankflaschen aus Stahl oder Aluminium. Bei diesen Flaschen handelt es sich eigentlich um eine Art tragbaren Gastank mit FĂŒllstopp in Gasflaschenform. Diese Gastankflaschen gibt es als Kaufflaschen in 6 kg und 11 kg GrĂ¶ĂŸe. Sie haben den Vorteil, dass sie ĂŒberall an LPG-Tankstellen aufgefĂŒllt werden können und dĂŒrfen, auch im Ausland. Die Gastankflaschen unterliegen ebenfalls der 10 Jahres PrĂŒfpflicht, deren Kosten der EigentĂŒmer zu tragen hat.

Aufgrund der z.Z. geltenden Richtlinien und Vorschriften werden Gastankflaschen rechtlich nicht wie die fest eingebauten Gastanks behandelt, sondern gelten weiter als Gasflasche, obwohl die Gastankflaschen alle Sicherheitseinrichtungen wie die Gastanks aufweisen. In Deutschland dĂŒrfen nur die Tankstellen Gasflaschen befĂŒllen, die eine Genehmigung dazu haben.

An den Tankstellen liegen teilweise folgenden Verbraucherhinweise aus:

Verbraucherhinweis - „Tankflaschen“ fĂŒr Propan

Derzeit werden sogenannte „Tankflaschen“ insbesondere fĂŒr den Freizeitbereich (Camping) meist ĂŒber das Internet zum Verkauf angeboten. Dem Camper soll mit diesem Produkt die Möglichkeit gegeben werden, seinen FlĂŒssiggasbedarf quasi ĂŒberall / an jeder öffentlichen Autogastankstelle zu decken. Dies ist jedoch aufgrund gesetzlicher Vorschriften (Betriebssicherheitsverordnung) so nicht zulĂ€ssig.

Nach dieser Verordnung dĂŒrfen an Autogastankstellen nur Treib- bzw. Brenngastanks, die mit dem Fahrzeug oder sonstiger ortsbeweglicher Betriebsanlage dauernd fest verbunden sind, volumetrisch befĂŒllt werden.

Diese Forderung erfĂŒllen die angesprochenen Tankflaschen nicht.

Betreiber von Autogastankstellen, welche abweichend von der erforderlichen Erlaubnis der zustĂ€ndigen Behörde das BefĂŒllen dieser Flaschen dulden, handeln i. S. d. o. a. Verordnung ordnungswidrig.

Neben den formalen – stehen auch Sicherheits-Aspekte einer solchen BefĂŒllung entgegen.

So kann bspw. bei einer BefĂŒllung durch den Laien nicht ausgeschlossen werden, dass:

- die PrĂŒffrist der Flasche bereits ĂŒberschritten ist,

- die Flasche mechanisch (sicherheitstechnisch bedenklich) beschÀdigt ist (Beule / Delle),

- durch beabsichtigtes o. unbeabsichtigtes SchrĂ€ghalten die Flasche ĂŒberfĂŒllt wird.

Die angefĂŒhrten Sachverhalte können jedoch Ursachen fĂŒr das Bersten von Gasflaschen darstellen.

Dies zu beachten, ist dagegen Aufgabe eines mit einer ebenfalls erforderlichen behördlichen Erlaubnis ausgestatteten FĂŒllbetriebes. Hier werden die Flaschen von sachkundiger Hand ordnungsgemĂ€ĂŸ in einer dafĂŒr vorgesehenen FlaschenfĂŒllanlage befĂŒllt.

Betreiber von Autogastankstellen sollten potenzielle Kunden daher bspw. durch Aufkleber an der Abgabeeinrichtung / ZapfsĂ€ule ĂŒber das Verbot des BefĂŒllens von Campingflaschen informieren.

Um Gastankflaschen an Tankstellen betanken zu können, mĂŒssen die Gastankflaschen gemĂ€ĂŸ der o.a. Anordnung fest mir dem Fahrzeug verbunden sein. Die ĂŒblichen Gurte in den GaskĂ€sten reichen nicht aus.

Da die deutschen Vorschriften im Ausland keine GĂŒltigkeit haben, können Gastankflaschen rechtlich im Ausland selbst betankt werden. Die im Ausland vorhanden Vorschriften sind selbstverstĂ€ndlich zu beachten. Um im Ausland keine Probleme mit dem Tankwart zu bekommen, ist es empfehlenswert, den Hinweis, dass es sich um eine Gastankflasche mit automatischem FĂŒllstopp handelt, in der entsprechenden Sprache mitzufĂŒhren oder besser, an die Gastankflasche anzubringen.

Gassorten

Als Brenngase fĂŒr Campinganwendungen sind 3 Gasarten ĂŒblich. Am gebrĂ€uchlichsten ist Propangas. In den blauen Gasflaschen der Fa. Campinggas wird Butangas vertrieben. In den Stechkartuschen befindet sich ein Mischgas, welches zu 70 – 80 % aus Butangas und zu ca. 20 – 30 % aus Propangas besteht. HandelsĂŒbliches Butangas bzw. Propangas besteht zu 99 % aus Butan bzw. zu 99 % aus Propan oder Propen. Die Brennwerte je kg der beiden Gase sind nahezu identisch. Sie unterscheiden sich aber in Ihren Dampfdruckkurven. So verdampft Propan noch bis – 42 °C, wĂ€hrend Butan unter 0 °C flĂŒssig bleibt und nicht mehr zu verwenden ist. Diese Temperaturen kann das Gas auch bei höheren Außentemperaturen erreichen, wenn eine große Menge Gas entnommen wird, da zum Übergang des Gases aus der flĂŒssigen in die gasförmige Phase WĂ€rmezufuhr erforderlich ist. Reicht die WĂ€rme nicht aus, so kĂŒhlt das Gas ab. Aufgrund der unterschiedlichen Dampfdruckkurve ergeben sich auch unterschiedliche Gasflaschen-InnendrĂŒcke. Dieser betrĂ€gt bei 20 °C 7,5 Bar fĂŒr Propan und 1,4 Bar fĂŒr Butan. Bei 30 °C betragen die DrĂŒcke 10,5 Bar (Propan) und 2,1 Bar (Butan). Wie man sieht, herrscht in einer Butangasflasche ein deutlich geringerer Innendruck. Da die Flasche auch nur fĂŒr diesen Druck ausgelegt ist, darf niemals Propangas in eine Butangasflasche gefĂŒllt werden.

Was ist AUTOGAS (LPG)?

LPG (Liquefied Propane Gas) Autogas, in Frankreich als GPL bezeichnet, ist ein fossiler EnergietrÀger, der bei der Verarbeitung von Rohöl zu Kraftstoffen und Derivaten anfÀllt; also ein Kohlenwasserstoffgas, das bei der Verbrennung zu CO2 und H2O oxidiert.

Abgesehen von der CO2 Freisetzung erfolgt die Verbrennung ohne andere Abgase wie Stickoxide oder Schwefelwasserstoff, also recht umweltfreundlich. Es besteht aus verschiedenen Gasen wie Propan und Butan, aber auch anderen Gasen wie Propen, Buten, Isobutan oder anderen Abwandlungen, vereinfachend wird deshalb oft auch von FlĂŒssiggas gesprochen.

Bei AUTOGAS handelt es sich also um ein Gemisch aus Propan, Butan und in geringen Mengen aus anderen artverwandten Gasen. Die Zusammensetzung des Gemisches ist unterschiedlich von Land zu Land und teilweise auch abhÀngig von der Jahreszeit.

GemĂ€ĂŸ Auskunft der Firma Lange Gas in Lippstadt vom 08.12.2008 gilt in Deutschland:

Propangas in Flaschen besteht ganzjĂ€hrig zu ĂŒber 99% aus Propan.

LPG der Autogastankstellen besteht ĂŒberwiegend aus Propan und Butan. Das VerhĂ€ltnis von Propan zu Butan verĂ€ndert sich je nach Jahreszeit und Außentemperatur. Im Sommer kann das VerhĂ€ltnis auch 60% Propan und 40% Butan sein.

Additive werden dem LPG nicht beigemischt. Benötigen Maschinen besondere Additive, so werden diese mit einem extra angeschlossenen BehÀlter direkt am Verbraucher beigemischt werden.

Fazit fĂŒr den Campingbereich:

Im Winter besteht die Gefahr, dass eine mit LPG gefĂŒllte Flasche nicht zu 100% genutzt werden kann. Hier sind unter Beachtung aller Vorschriften Lösungen zu suchen. Z.B. könnte ein im Winter beheizter Gaskasten dieses Problem beseitigen.

Da durch die Hersteller von LPG keine Additive beigemischt werden, sind auch keine Betriebsstörungen der Verbraucher (Heizung, Gasherd, KĂŒhlschrank) zu erwarten.

Warum 80 % FĂŒllung?

FlĂŒssiggas bleibt schon bei geringen DrĂŒcken in Umgebungstemperatur flĂŒssig. Der Druck in eine Gasflasche steigt mit steigenden Temperaturen, dabei dehnt sich FlĂŒssiggas allerdings mehr aus als beispielsweise Wasser. Deshalb werden Gasflaschen auch fĂŒr höhere DrĂŒcke ausgelegt, als im normalen Betrieb jemals vorkommen. Eine Besonderheit bei FlĂŒssiggas ist, dass der Druck im rein flĂŒssigen Zustand rapide steigt, nĂ€mlich 7 bar je 1° C.

Aus diesem Grund ist wichtig, dass in der Gasflasche keine reine FlĂŒssigphase herrscht, sondern stets ein Dehnvolumen vorhanden ist. Deshalb dĂŒrfen Gasflaschen nicht zu 100 % gefĂŒllt werden, sondern lediglich mit 80 %. Dies belĂ€sst 20 % des Flaschenvolumens als Dehnvolumen in der Flasche, was in unseren Temperaturgefilden völlig ausreichend ist. Steigt die Temperatur in der Gasflasche, dehnt sich die flĂŒssige Phase aus und der Druck steigt um gut 0,2 bar je 1° C.

Dieser Wert gilt fĂŒr Propan, bei Butan steigt der Druck langsamer an. Wird eine Gasflasche bei 15° C mit 80 % Propan gefĂŒllt, herrscht in der Flasche ein Druck von ca. 7 bar. Steigt die Umgebungstemperatur der Gasflasche, fĂŒllt die flĂŒssige Phase erst bei etwa 70° C das komplette Volumen der Gasflasche aus, es herrschen etwa 25 bar Druck in der Gasflasche. Bei weiterer Temperaturerhöhung steigt der Druck nun um 7 bar je 1° C an, schnell ist ein kritischer Druck erreicht. Allerdings kommen derartige Temperaturen (fast) an keinem Ort dieser Welt vor.

Als zusĂ€tzliche Sicherheitsmaßnahme wird in Deutschland wie auch in anderen LĂ€ndern mit Sicherheitsventilen (PRV = Pressure Relief Valve) gearbeitet, die bei Erreichen eines bestimmten Druckes FlĂŒssiggas aus der Flasche entweichen lassen und bei Erreichen eines geringeren Druckes die Flasche wieder schließen. Aus diesem Grund ist das Arbeiten mit FlĂŒssiggas eine sehr sichere Sache.

Anders, wenn die Flasche zu 100 % gefĂŒllt wird. Das könnte geschehen, wenn beispielsweise eine Gasflasche ohne FĂŒllstoppmechanismus, also eine normale Gasflasche, unvorsichtigerweise bis zum Rand gefĂŒllt wird. Auch hier gilt die Regel, dass der Druck um 7 bar je 1° C ansteigt, nur diesmal gibt es kein Dehnvolumen, sondern die Druckerhöhung wirkt unmittelbar auf die Gasflasche.

Schon bei Temperaturerhöhungen von lediglich 10° C könnte es zu einem Bersten der Gasflasche kommen. Es wĂŒrde flĂŒssiges Gas freigesetzt, das verdampft und dazu erhebliche Mengen von Energie benötigt, was zu einer schlagartigen AbkĂŒhlung der Umgebung fĂŒhren wĂŒrde (Erfrierungen), oder aber in Anwesenheit einer ausreichend starken Feuerquelle zur ZĂŒndung des Gases und damit zu einer Explosion.

Um derartige UnfĂ€lle zu vermeiden, ist die FĂŒllung von normalen Gasflaschen an Tankstellen verboten. FĂŒllen Sie deshalb niemals eine normale Gasflasche an einer AUTOGAS Tankstelle, nur Tankflaschen mit FĂŒllstoppautomatik gewĂ€hrleisten die erforderliche Sicherheit!

Was ist der Unterschied zu Erdgas?

Bei Erdgas handelt es sich um ein natĂŒrlich vorkommendes Gas, das in LagerstĂ€tten der Erde Ă€hnlich wie Erdöl entstanden ist. Wie FlĂŒssiggas ist auch Erdgas ein Kohlenwasserstoffgasgemisch mit recht umweltfreundlicher Verbrennung, allerdings besteht es zum grĂ¶ĂŸten Teil (ca. 90 bis 98 %) aus Methan. Die anderen Komponenten sind Alkane (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und Inertgase. Im Unterschied zu FlĂŒssiggas lĂ€sst sich Erdgas nur unter erheblichem Druck oder bei sehr niedrigen Temperaturen verflĂŒssigen, wird in diesem Zustand dann LNG (Liquified Natural Gas) genannt. Da beide Bedingungen zum VerflĂŒssigen hohen Technik- und Energieaufwand bedeuten, wird Erdgas in der Regel nur verdichtet statt verflĂŒssigt. In entsprechend stabil gebauten BehĂ€ltern wird Erdgas mit bis zu 200 bar gelagert, in diesem Zustand wird es CNG (Compressed Natural Gas) genannt.

Die Art der Lagerung der beiden Gase unterscheidet sich daher grundlegend. Erzeugt FlĂŒssiggas im flĂŒssigen Zustand leicht beherrschbare DrĂŒcke, ist das bei Erdgas alltagstauglich nicht zu machen.

1 Liter flĂŒssiges FlĂŒssiggas ergibt etwa 260 Liter gasförmiges FlĂŒssiggas, die Energiespeichermöglichkeit im flĂŒssigen Zustand ist daher sehr interessant.

1 Liter Erdgas unter 200 bar Druck ergibt 200 Liter Erdgas unter 1 bar Druck. Der technische Aufwand zur Erzielung einer Ă€hnlichen SpeicherkapazitĂ€t ist bei Erdgas also erheblich höher. An Erdgastankstellen wird der Tank des Fahrzeugs mit Erdgas ‚aufgeladen’ auf einen Druck von 200 bar. Sollte an einer Erdgastankstelle eine FlĂŒssiggasflasche ‚aufgeladen’ werden, wird es diese unweigerlich bei ca. 90 bar zerreißen, mit entsprechender Freisetzung von Energie auf einen Schlag (Explosion, allerdings nicht unbedingt mit Feuerbildung, wenn keine ZĂŒndquelle in der NĂ€he).

Aus diesem Grund werden Erdgas- und FlĂŒssiggastanksysteme mit komplett unterschiedlichen AnschlĂŒssen und Komponenten versehen, damit niemals zufĂ€lligerweise oder aufgrund von Unwissenheit eine Verwechslung erfolgen kann. Da Menschen auf die wunderlichsten Ideen kommen, weisen wir Sie darauf hin, dass Sie niemals versuchen sollten, diese AnschlĂŒsse oder Komponenten zu verĂ€ndern, um Ihr Tankflaschensystem mit Erdgas zu betanken. Höchste Lebensgefahr!

Gefahren von FlĂŒssiggas:

Propangas ist ungiftig und an sich geruchlos. Der typische Gasgeruch kommt von extra zugefĂŒhrten Stoffen.

Bei der BerĂŒhrung von FlĂŒssiggas mit der Haut kommt es aufgrund des WĂ€rmeentzuges i. d. R. zu KĂ€lteverbrennungen.

FlĂŒssiggase sind schwerer als Luft, sie sinken also zu Boden. Sie sind jedoch leichter als Wasser, und wenn sie z. B. in die Kanalisation kommen, dann bildet sich eine FlĂŒssiggasschicht ĂŒber dem Wasser.

FlĂŒssiggas ist nur in einem bestimmten Gas-Luft-Gemisch zĂŒndfĂ€hig. Bei unvollkommener Verbrennung und zu geringer Luftzufuhr entsteht bei der Verbrennung Kohlenmonoxid. Dieses ist hochgiftig, daher muss der Frischluftzufuhr und der AbgasfĂŒhrung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

GasprĂŒfung beim Wohnmobil / Wohnwagen

Immer mal wieder kann man in Internetforen lesen oder in GesprĂ€chen mit anderen Campern (bzw. als "GasprĂŒfer" im GesprĂ€ch mit Kunden) hören, dass GasprĂŒfungen nicht ordentlich durchgefĂŒhrt wurden. So liest oder hört man u. a., dass die vermeintliche "GasprĂŒfungen" nur aus dem AbdrĂŒcken der Gasanlage bestand, oder dass diese DichtheitsprĂŒfung sogar nur mit dem Manometer des verbauten Druckminderers durchgefĂŒhrt worden sei.

So etwas ist keine GasprĂŒfung im Sinne des DVGW Arbeitsblattes G607 und dadurch wird das Ziel der GasprĂŒfung (= sichere Gasanlagen) nicht erreicht. Ferner fĂŒhren solche "PrĂŒfungen" dazu, dass die Besitzer der Fahrzeuge am Sinn der zweijĂ€hrigen GasprĂŒfung zweifeln, da sie selber merken, dass so etwas nicht viel taugt und in der "PrĂŒfung" nur reine Geldmacherei sehen. FĂŒr eine solche "PrĂŒfung", die in keiner Weise den AnsprĂŒchen genĂŒgt, sollte in meinen Augen rein gar nichts bezahlt werden, da die gewĂŒnschte und vereinbarte Leistung (= eine PrĂŒfung gemĂ€ĂŸ Arbeitsblatt G607) nicht erbracht wurde. Das Geld gibt es schließlich nicht fĂŒr den Stempel und die Plakette, sondern fĂŒr die DurchfĂŒhrung einer ordnungsgemĂ€ĂŸen GasprĂŒfung, bei der alle sicherheitsrelevanten Dinge geprĂŒft werden.

Doch wie sollte eine vorschriftsmĂ€ĂŸige und vollstĂ€ndige GasprĂŒfung aussehen und was muss alles kontrolliert werden? Die einzelnen Punkte findet man auf der gelben GasprĂŒfbescheinigung, dort ist eine "Checkliste" zu finden, die vom PrĂŒfer abgezeichnet werden mĂŒssen. Welche Punkte alle geprĂŒft werden mĂŒssen zeigt auch die nachfolgend Aufstellung, welche versuchen soll alle relevanten Punkte so zu beschreiben, dass auch der interessierte Laie grob versteht um was es geht und damit jeder seinem PrĂŒfer das nĂ€chste Mal ein wenig auf die Finger schauen kann. Schließlich geht es um die eigene Sicherheit und wenn man schon gutes Geld dafĂŒr zahlt, dann sollte man auch die entsprechende Leistung dafĂŒr bekommen.

"Gaskasten"

Der gesamte "Gaskasten" muss einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Dabei ist insbesondere auf folgende Punkte zu achten:

Ist der "Gaskasten" zum Innenraum hin abgedichtet und ist bei innen liegenden "GaskĂ€sten" die TĂŒrdichtung noch in Ordnung?

Ist die EntlĂŒftungsöffnung vorschriftsmĂ€ĂŸig und nicht zugebaut?

Sind unzulĂ€ssige ZĂŒndquellen im "Gaskasten" vorhanden, wie z. B. Elektroinstallation?

Sind die vorgeschriebenen Flaschenhalterungen vorhanden?

Sind unzulÀssige Gasinstallationen im "Gaskasten" vorhanden?

Ist der Betriebsdruckaufkleber vorhanden?

Sind nötige AbstÀnde zu WÀrmequellen eingehalten?

Bei GaskastenentlĂŒftung nach unten: Wo befinden sich Verbrennungsluftansaugungen von Standheizungen etc.?

Druckregler und GasschlĂ€uche im Gaskasten mĂŒssen auf folgende Punkte untersucht werden:

Alter der Druckregler und SchlÀuche?

Ist der Druckregler fĂŒr den Einsatz im Wohnwagen / Wohnmobil zugelassen?

Hat der Druckregler den richtigen Betriebsdruck?

Ist der Gasschlauch / sind die GasschlÀuche zulÀssig (Druckklasse, Bauart, LÀnge) und frei von BeschÀdigungen oder Alterungsrissen?

Stimmen Druckregler und SchlĂ€uche mit den entsprechenden Eintragungen in der PrĂŒfbescheinigung ĂŒberein?

Bei einem ggf. vorhandenen Gastank sind folgende Punkte zu prĂŒfen:

GĂŒltigkeit der DruckprĂŒfung des Gastanks

Sichtkontrolle des Gastanks (Korrosion etc.

Alter und Zustand des Druckminderer:

Sichtkontrolle der gesamten Gasanlage:

Zustand der Rohrleitungen (SichtprĂŒfung auf Korrosion und BeschĂ€digung. - Bei Wohnwagen und ggf. auch bei einigen Wohnmobilen muss man sich dann als PrĂŒfer auch mal unter das Fahrzeug legen, um die Hauptleitung zu begutachten.)

Kontrolle, ob die Gasleitungen noch vorschriftsmĂ€ĂŸig befestigt sind und dass keine unzulĂ€ssigen Elektroleitungen an diesen Befestigt oder zu nahe verlegt sind.

Verschaffen eines Überblickes ĂŒber die gesamte Anlage, Kontrolle ob alle GerĂ€te in der PrĂŒfbescheinigung eingetragen sind und ob es sich um die richtigen GerĂ€te handelt.

PrĂŒfen ob ein Kocher mit (zulĂ€ssigem) Gasschlauch verbaut ist, ggf. Gasschlauch prĂŒfen auf Alter, ZulĂ€ssigkeit und BeschĂ€digung.

Kontrolle ob die AbsperrhĂ€hne zulĂ€ssig sind und ob notwendige Bezeichnungen angebracht sind. Öffnen aller AbsperrhĂ€hne fĂŒr die DruckprĂŒfung.

Kontrolle ob (unzulÀssige) VerÀnderungen an der Gasanlage vorgenommen wurden.

Kontrolle der GasgerĂ€te und der AbgasfĂŒhrungen (soweit vorhanden und zugĂ€nglich):

Herd:

Brennerdeckel fest?

AbstÀnde zu brennbaren GegenstÀnden?

Ggf. Flammschutz vorhanden?

Vorgeschriebener Warnhinweis vorhanden?

Ggf. vorgeschriebener WĂ€rmeschild vorhanden?

Heizung:

Sichtkontrolle auf Ă€ußere BeschĂ€digungen?

Abgasrohre fest, ohne BeschÀdigung und steigend verlegt?

Bei S-Heizung Edelstahl-Abgasrohr verbaut?

Bei S-Heizungen Sichtkontrolle der Brennerkammer (dazu muss die Abdeckung abgenommen werden).

KĂŒhlschrank:

Einbau entsprechend der Vorschriften?

AbgasfĂŒhrung?

Ist die notwendige Frischluftzufuhr gewÀhrleistet?

Backofen:

Welche AbgasfĂŒhrung?

Ist bei AbgasfĂŒhrung nach innen die nötige ZwangsentlĂŒftung vorhanden, oder wurde diese verschlossen?

Gaslampe:

Ist die nötige ZwangsentlĂŒftung vorhanden?

DruckprĂŒfung der Anlage:

Dabei muss die gesamte Anlage mittels des DichtheitsprĂŒfgerĂ€tes (der "Luftpumpe") mit einem PrĂŒfdruck von 150 mBar auf Dichtheit geprĂŒft werden. Die korrekte Vorgehensweise ist folgende:

1. Sicherstellen, dass die AbsperrhĂ€hne der GerĂ€te alle auf "AUF" stehen. Wenn notwendig mĂŒssen die GasschlĂ€uche vorher gewechselt werden.

2. Abschrauben des Druckminderers von der Schlauchleitung bzw., bei der Triomatic oder anderen wandmontierten Reglern ohne PrĂŒfanschluss, Demontage des Druckreglers von der Wand und abschrauben vom Gasrohr.

3. Anschließen des DichtheitsprĂŒfgerĂ€tes, bei einem Rohrleitungsvolumen unter 700 cmÂł muss ein Zusatz-PrĂŒfvolumen verwendet werden.

4. Aufpumpen auf 150 mBar.

5. FĂŒnf Minuten warten, damit sich die komprimierte Luft im Rohrsystem wieder abkĂŒhlen kann. Dabei fĂ€llt der Druck etwas ab. Dieser Druckabfall ist normal und richtig.

6. Nun nicht wieder aufpumpen, sondern den Druck ablesen und merken. Dieser Druck muss nun 5 Minuten gehalten werden.

7. Wenn der Druck in diesen 5 Minuten weiter abgefallen ist, so wurde die DichtheitsprĂŒfung nicht bestanden. Zum Bestehen der GasprĂŒfung mĂŒsste nun der Fehler gesucht und behoben werden.

8. Wenn der Druck die 5 Minuten gehalten wurde kann das DichtheitsprĂŒfgerĂ€t demontiert und der Druckregler montiert werden.

9. Anschließend den Druckminderer an der Gasflasche anschließen, die Flasche aufdrehen und die Verbindungen Flasche zum Druckminderer sowie Druckminderer zum Gasschlauch (oder ggf. andere/weitere Verbindungen, je nach Regleranlage) mit Lecksuchspray auf Dichtheit prĂŒfen.

Brennprobe und Kontrolle der ZĂŒndsicherungen:

Alle vorhandenen GasgerĂ€te zĂŒnden und gemeinsam auf höchster Stufe laufen lassen. Die Flammbilder kontrollieren, daraus lĂ€sst sich auf den Zustand der GasgerĂ€te, Druckminderer und ggf. Leitungssystem schließen. Zur Kontrolle der ZĂŒndsicherungen je einen Absperrhahn schließen und die Zeit messen, bis die jeweiligen ZĂŒndsicherung(en) auslösen. Diese PrĂŒfung nacheinander fĂŒr jedes GerĂ€t durchfĂŒhren. Nebenbei wird dabei noch die Funktion der AbsperrhĂ€hne und deren richtige Zuordnung geprĂŒft.

PrĂŒfbescheinigung und PrĂŒfplakette

Zum Schluss wird die PrĂŒfbescheinigung noch vollstĂ€ndig ausgefĂŒllt und bei bestandener GasprĂŒfung die PrĂŒfplakette aufgeklebt.. Das eine vorschriftsgemĂ€ĂŸe PrĂŒfung nicht in 5 Minuten zu machen ist, sollte jetzt jedem klar sein. Eine solche GasprĂŒfung dĂŒrfte im Regelfall min. 25 Minuten dauern.

Rainer Klasani Uhlandstraße 28 59609 Anröchte Tel. 02947 – 1754 E-Mail: rainer.klasani@onlinehome.de